Meine Mittlere schleppte aus der Bücherei den Comic Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo von Drew Weing (im Original The Creepy Case Files of Margo Maloo) an. Auf den ersten Blick sah es aus wie eine klassische Monster-Detektivgeschichte, erwies sich beim Lesen aber schnell als überraschend vielschichtig wie ich hier in Band 1, Band 2 und Band 3 feststelle. Der Reproduktverlag gibt eine Altersempfehlung ab 8 Jahren. Das passt. Meine ist 7 und wir mussten nur über ein paar Wörter zur Erklärung sprechen.
Für mich bietet die Reihe eine bemerkenswert ergiebige Inspirationsquelle hinsichtlich Rollenspiel – genauer gesagt im Spiel mit Kindern.
Ich tauchte also ab und sinnierte nach dem Lesen weiter über die Kombination von Rollenspiel und Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo.
Wer Lust hat folgt mir in den Kaninchenbau ins Unterseits.

Zur Erinnerung

Charles und seine Eltern sind neu in Echo City und wohnen in einem ehemaligen Hotel, das sein Vater renoviert. Einzig ein Junge namens Kevin und seine Oma wohnen bisher dort. Die restlichen Räume scheinen verlassen, doch in den dunklen Ecken des Gebäudes lauert eine Nachbarschaft der besonderen Art: Trolle, Oger und Geister treiben dort ihr Unwesen. Zum Glück hat Kevin Rat: Er hat die Telefonnummer von Margo Maloo, die fast mit allen Monstern gut bekannt ist. Sie ist Monster-Mediatorin – eine selbsternannte „Monstervermittlerin“, die Konflikte zwischen Menschen und Monstern löst. Gemeinsam untersuchen die beiden ungewöhnliche Fälle in der Stadt: verschwundene Monsterkinder, Streit zwischen Menschen und Monstern oder rätselhafte Ereignisse in verlassenen Gebäuden.

Die Geschichten sind episodisch aufgebaut. Jeder Band enthält mehrere abgeschlossene Fälle, die zugleich Stück für Stück eine größere Welt erschließen. Ein schon guter Ansatz für das Spiel mit Kindern.

Jetzt kommt es: Monster sind nicht die Bösewichte!

Ein zentraler Gedanke der Reihe ist, dass Monster selten wirklich „böse“ sind. Viele Konflikte entstehen aus Missverständnissen oder daraus, dass Monster in der Stadt keinen Platz mehr finden. Margo versucht deshalb, zwischen den Welten zu vermitteln. Diese Perspektive macht die Reihe insbesondere für das Spiel am Tisch für besonders interessant: Statt klassischer Monsterjagd steht Kommunikation, Verständnis und Problemlösung im Mittelpunkt. Für Kinder ist das ein zugänglicher und für mich zugleich überraschend differenzierter Blick zum einen auf das Thema „Monster unter dem Bett“ und zum anderen auf das Rollenspiel selbst.

Warum ich glaube das sich Margo Maloo hervorragend als Rollenspiel-Hintergrund eignet

Gerade für Kinder-Rollenspiele liefert Margo Maloo eine Reihe von Elementen, die sich fast direkt in Spielsituationen übersetzen lassen.
Ein großer Vorteil des Settings ist, dass es nahezu vollständig ohne klassische physische Konflikte auskommt. In den Geschichten geht es selten darum, Monster zu bekämpfen. Viel häufiger stehen Missverständnisse, Rätsel oder soziale Probleme im Mittelpunkt. Denkt man darüber nach, welche Regeln oder Ausrüstung in einem Rollenspiel zu dieser Welt passen würden, merkt man schnell: Dinge wie Lebenspunkte, Rüstung, Waffen oder entsprechende Kampffertigkeiten werden gar nicht benötigt.

Stattdessen drehen sich die Abenteuer um Beobachtung, Gespräche, kluge Ideen und das Lösen von Problemen. Das macht das Setting besonders zugänglich für Kinder – und erlaubt sehr einfache Regeln am Spieltisch.

Ein weiterer Vorteil: Die Geschichten spielen in einer ganz normalen Stadt unserer Welt. Die Kinder bewegen sich durch Orte, die sie kennen – Wohnhäuser, Parks, Schulen, Einkaufszentren oder U-Bahn-Stationen. Dadurch müssen Spielende die Welt nicht erst lernen. Alles, was sie sich vorstellen müssen, sind die Monster, die sich in den bekannten Orten verstecken. Und selbst diese Kreaturen sind oft aus Märchen, Legenden oder Popkultur bereits vertraut.

1. Episodische Abenteuerstruktur

Die Comics bestehen aus einzelnen Fällen. Ideal für kurze Rollenspielabenteuer mit Kindern:

  • Ein Monster sorgt für Ärger.
  • Die Kinder finden heraus, was wirklich passiert ist.
  • Am Ende wird das Problem gelöst – oft ohne Gewalt.

Für junge Spielgruppen ist das zudem eine klare und leicht verständliche Dramaturgie.

2. Die Stadt als Abenteuerkarte

Echo City ist voller verlassener Orte: alte Hotels, U-Bahnschächte, Einkaufszentren oder Keller. In den Comics werden diese Orte immer wieder zu Treffpunkten für Monster. Für Rollenspiele entsteht daraus eine perfekte Sandbox – also eine offene Spielwelt, in der Kinder frei entscheiden können, wohin sie gehen und welchen Spuren sie folgen. Statt einer festen Geschichte gibt es viele Orte und Geheimnisse zu entdecken.

  • jedes Gebäude kann ein neues Monster beherbergen
  • jede Ecke der Stadt kann ein Geheimnis haben

Damit lassen sich Abenteuer sehr gut spontan improvisieren.

3. Monster als soziale Begegnungen

In vielen Rollenspielen oder Hintergrundwelten besteht die Gefahr, dass Monster automatisch zu Gegnern werden. Margo Maloo zeigt uns einen anderen Ansatz:

Monster können

  • Hilfe brauchen
  • ein Problem haben
  • missverstanden werden.

Rollenspielrunden können dadurch stärker auf Rätsel, Gespräche und Kooperation setzen.

4. Was spielen wir denn?

Die Comics geben darauf eine auf den ersten Blick klare Antwort – Charles und Margo. Aber beide Figuren sind am Spieltisch schwieriger zu greifen, als sie zunächst scheinen. Margo ist rätselhaft, distanziert und in ihrer Kompetenz kaum einzuholen. Sie funktioniert wunderbar als NPC – als die geheimnisvolle Expertin, die Hinweise gibt, Türen öffnet und manchmal einfach nicht erreichbar ist. Aber als Spielercharakter für Kinder? Eher schwierig. Charles wiederum ist der eigentliche Identifikationsanker der Serie: neugierig, manchmal überfordert, aber mutig genug, weiterzumachen. Er zeigt, dass man kein Experte sein muss, um in dieser Welt etwas zu bewirken.Die Kinder am Tisch spielen also keine Margo. Sie spielen jemanden wie Charles – oder sogar jemanden, den Charles noch nicht kennt. Jemanden, der gerade erst entdeckt, dass die Welt größer ist als gedacht. Und genau dafür gibt es die M.U.L.M.I.G. – die Mysteriöse und Legendäre Monster-Informations-Gesellschaft. Die Spielerinnen und Spieler sind ihre Mitglieder.

5. Und Jetzt?

Ich bin mit dem Thema noch nicht ganz durch. Denn je länger ich darüber nachdenke, desto weniger interessiert mich die Frage, ob man in dieser Welt Rollenspiel spielen kann – sondern vielmehr wie.

Viele klassische Rollenspielmechaniken sind für Margo Maloo schlichtweg unpassend. Lebenspunkte, Waffenlisten, Kampfwerte – all das ist deplatziert. Zumindest der Stellenwert, den diese Mechaniken sonst einnehmen. Stattdessen bräuchte es ein Regelwerk, das Neugier, Gespräche, Missverständnisse und gemeinsame Entdeckungen in den Mittelpunkt stellt. Glaube ich.

Im Moment kreisen meine Gedanken deshalb eher um kleine, erzählerische Systeme. Als Fate-Hase sind die ja ohnehin eher mein Ding. Regeln wie PDQ, Fu oder VRBS wirken plötzlich erstaunlich passend: wenige Regeln, breite Charaktereigenschaften und viel Raum für Persönlichkeit statt Zahlen. Vielleicht ein bestehendes System umbauen. Vielleicht etwas Eigenes …

Ich glaube jedenfalls, dass in dieser Welt ein ziemlich besonderes Kinderrollenspiel steckt.

Falls ihr selbst Ideen habt, bereits ähnliche Systeme kennt oder spontan denkt: „Moment, dafür gäbe es doch eigentlich genau das richtige Regelwerk“ — schreibt es gern in die Kommentare. Ich ahne, dass das hier erst der Anfang eines ziemlich interessanten Kaninchenbaus ist.

Die Ergebnisse unserer Spielleitungsumfrage sind ausgewertet und an dieser Stelle erst einmal einen riesigen Dank an alle 138 Personen, die mitgemacht haben!

Wir haben eure Erfahrungen abgefragt, vor allem natürlich, welche Herausforderungen und Schwierigkeiten ihr erlebt, damit wir diese in einer Spielleitungshilfe adressieren können. Dadurch haben wir hilfreiche Einblicke in eure Kinderrollenspielrunden erhalten.

Natürlich ist das Ziel, daraus eine gute Starthilfe für Little Wizards zu machen und für unser Förderprojekt „Abenteuer im Krankenzimmer“ ganz gezielt Ehrenamtliche auszubilden, damit sie mit kleinen Patientinnen und Patienten des UKSH Little Wizards Spielrunden im Krankenhaus durchführen können. Doch sehen wir in den Daten viel Potenzial für eine allgemeine Spielleitungshilfe, an der wir auch arbeiten wollen.

Als ersten Schritt veröffentlichen wir hier die Ergebnisse der Umfrage.

So sind die Daten zu lesen: Hinter jeder Frage schreibe ich, wie viele Personen geantwortet haben. Z. B. 106 von 138 bedeutet, dass von den 138 Personen 106 diese Frage beantwortet haben. Das hat Auswirkungen auf die Grundgesamtheit und meint in diesem Fall, dass die 106 die 100 % in den prozentualen Anteilen bilden.
Die Zahlen in den Klammern, wie bspw.

  • Kein Gruppenspiel unter den Kindern (7)

stellt dar, dass ich unter allen Antworten sieben Antworten hatte, die sich unter dem Thema fehlendes Gruppenspiel zusammenfassen ließen. Generell habe ich alle offenen Antworten gelesen und in Kategorien sortiert, um auch zu sehen, wie oft bestimmte Themen genannt werden. So sind auch die Antworten von mir zum Teil paraphrasiert, d.h. ich gebe eure Antworten in meinen eigenen Worten wieder.

Wir haben absichtlich keine personenbezogenen Daten zu Geschlecht, Alter oder anderen Merkmalen wie Bildung oder Beruf von den Teilnehmenden der Umfrage erhoben, weil diese Informationen für unser Umfrageziel keine Rolle spielen bzw. nicht ausgewertet werden würden.

Teil 1: Wer sind unsere Befragten – Rollenspielerfahrungen

Wie viel Erfahrung hast du als Spieler*in mit Pen-and-Paper-Rollenspielen (RPG)? 106 von 138

Die meisten spielen regelmäßig (74,5 %), einige Erfahrung haben 17 Personen (16 %). Wenig (5,7 %) oder gar keine Erfahrung (3,8 %) war eher selten vertreten.

Wie viel Erfahrung hast du als Spielleitung mit Pen-and-Paper-Rollenspielen (RPG) für Erwachsene? 129 von 138

Auch sind die meisten erfahrende Spielleitungen und spielleiten regelmäßig für Erwachsene (64,3 %) oder haben einige Erfahrung (14 %), wenig (10,9 %) oder gar keine (10,9 %). 

Hast du schon für Kinder ein Rollenspiel geleitet? 126 von 138

Bei der Spielleitungserfahrung für Kinder ist es ausgeglichener. Auch wenn nur 12 Personen (9,5 %) regelmäßig für Kinder spielleiten, haben 53 (42,1 %) schon einige Spielrunden geleitet und 25 (19,8 %) es einmal ausprobiert. 36 Personen (28,6 %) haben bisher keine Spielrunde für Kinder geleitet.

Welches Rollenspiel für Kinder hast du schon gespielleitet? 97 von 138

Folgende Rollenspiele wurden für Kinder gespielleitet:

  • Ein anderes Kinderrollenspiel (52,6 %), darunter So nicht, Schurke!, Mausritter, Monsterjagd, Äventyr, Starport und My Little Pony
  • Ein Rollenspiel für Erwachsene, das für Kinder passend gemacht wurde (52,6 %), darunter angepasstes DSA, D6, Psi*Run, InSprectres, Questworld, Splittermond, The Troubleshooters, Star Wars, Tiny Dungeon und viele mehr
  • Little Wizards haben 42,3 % für Kinder gespielleitet
  • Etwas selbstausgedachtes (27,8 %)
  • Ein edukatives (8,3 %) wie z. B. Meine fürchterlich besten Freunde und Abenteuer im Märchenwald oder anderes (8,3 %)

Teil 2: Welche Schwierigkeiten haben sie in ihren Kinderrollenspielrunden erlebt

Was bereitet dir meisten Schwierigkeiten oder Unsicherheit beim Spielleiten für Kinder? 100 von 138

  • Unterschiedliche Bedürfnisse in der Gruppe (53 %)
  • Aufmerksamkeit halten (52 %)
  • Mit Chaos / Abschweifungen umgehen (43 %)
  • Regeln erklären (20 %)
  • Kreativität der Kinder lenken (19 %)
  • Konflikte zwischen den Kindern (19 %)
  • Rahmenbedingungen (11 %)
  • Improvisieren (8 %) 
  • Eigene Überforderung (4 %)
  • anderes (5 %)

Als andere genannt:

  • Förderung der Teilnahme der Kinder, dass sie sich auch aktiv Einbringen wollen / Kinder hören zu, aber bringen sich wenig selbst ein
  • alles in kürzerer Zeit unterbringen
  • Geeignete Abenteuer finden, Geschichten die mit wenig Gewalt auskommen. Umgang mit Kämpfen bei Kindern, die im Übergang zum Jugendlichen stehen
  • Die Befürchtung, Inhalte nicht kindgerecht genug zu vermitteln

Welche Rahmenbedingungen machen Schwierigkeiten? 101 von 138

  • Keine: 48,5 %
  • Spielrunde in den Alltag einbauen 20,8 %
  • Keine mitspielenden Kinder 18,8 %
  • Umgang mit Geschwisterkinder / anderen Kindern, die nicht mitspielen 14,9 %

Als andere genannt:

  • Fehlende Konzentration und fehlende Bewegung der Kinder am Nachmittag nach einem langen Schultag
  • Wenig Zeit im Rahmen einer AG (60 Minuten) oder in der Schulstunde (45 Minuten), fehlende Zeit im Alltag (nur in den Ferien möglich, weil 3h mit Pause gespielt wird)
  • Unterschiedlichkeit der Kinder (Alter, Bedürfnisse)
  • Schwierigkeiten bei der Terminfindung
  • Schwierigkeit, Stimmung und Umgebung zu transportieren
  • Für unbekannte Kinder spielleiten
  • Zu große Gruppe (mehr als 4-5 Kinder)
  • Kinder wollen spontan losspielen
  • Als Spielleitung Probleme, die Zeit zum Vorbereiten zu finden

Was waren deine bisherigen Schwierigkeiten beim Spielleiten für Kinder? 99 von 138 

  • Fehlende Konzentration und kurze Aufmerksamkeit (36)
  • Diversität der Gruppe (Alter der Kinder, aber auch Unterschiede der Charaktere und in der Erwartungshaltung der Kinder) (15)
  • Die Kinder wollen der Geschichte / dem Plot nicht folgen (9)
  • Kein Gruppenspiel unter den Kindern (7)
  • Fehlende Frustrationstoleranz und Demotivation bei Patzern (6)
  • Gewalt / negative Handlungen der Charaktere (6)
  • Eltern, die stören / behindern / überzeugt werden müssen (5)
  • Das Spotlight gleichmäßig / gerecht verteilen (4)
  • Fehlendes Rollenspiel (z. B. an Fertigkeiten erinnern müssen) (4)
  • Kinder hören passiv zu statt aktiv mitzuspielen (3)
  • Ausufernde Kreativität der Kinder lenken (3)
  • Einstiegshürde bei den Kindern nehmen (3)
  • Zeitmangel und Terminfindung (3)
  • Hibbeligkeit der Kinder (3)
  • Improvisation fällt schwer (3)
  • Keine anderen Kinder zum Mitspielen (3)
  • eigene Spielhaltung (zu hohe Erwartung an die Runde und fehlende Geduld) (2)
  • Zu große Gruppe (2)
  • Kindgerechte Abenteuer finden (2)
  • Passendes Pacing: das richtige Tempo des Abenteuers und Spannung halten (2)
  • Konflikte unter den Kindern (2)
  • Fehlende Vorstellungskraft (2)
  • Magiefähigkeiten gerecht adressieren / richtig anwenden (2)
  • Chaos (2)
  • Fremde Kinder einschätzen müssen (1)
  • Abenteueraufbau ist schwierig (zu viel nachlesen zu müssen) (1)
  • Kinder lassen sich nicht von den Kinderrollenspielen begeistern (die Optik ist zu kindlich) (1)
  • Regeln verstehen (1)
  • Schnelleres Losspielen erwünscht (1)
  • Unsicherheit beim Leiten (1)
  • Begleittiere spielen (1)
  • Fehlende Haptik (1)
  • Plot war zu komplex (1)
  • Rolle der Spielleitung wurde nicht akzeptiert (1)
  • Spannung halten (1)
  • Lautstärke (1)

Gab es konkrete Situationen, die sich für dich beim Spielleiten für Kinder schwierig oder überfordernd angefühlt haben? 91 von 138

  • Fehlendes Gruppenspiel (7)
  • Gewalt im Rollenspiel (6)
  • Fehlende Aufmerksamkeit & Konzentration (5)
  • Lärm und Lautstärke (5)
  • Schwierigkeiten beim Improvisieren (5)
  • Nicht dem Plot / der Geschichte folgen (5)
  • Unbekannte Kinder und daher Unsicherheit (3)
  • Einfallslosigkeit bei Kindern und wie man ihnen weiterhilft (3)
  • Konflikte zwischen den Kindern (3)
  • Altersunterschiede der Kinder (3)
  • Negative Gruppendynamik (ein Kind zieht die anderen runter / lenkt alle ab) (3)
  • Nicht den Regeln / der SL folgen wollen (2)
  • Zu komplexe Geschichte (2)
  • Kein kindgerechtes Material (2)
  • Unerwartete Emotionen (z. B. Traurigkeit) auffangen müssen (2)
  • Diversität der Kinder bezüglich Interessen, Kreativität usw. (2)
  • Frust durch misslungene Aktionen (2)
  • Demotivation (auch durch Ingame Fehler) (2)
  • Chaos (2)
  • Trennen der Gruppe sorgte für Probleme (1)
  • Kinder brauchen mehr Visualisierungen und Beschreibungen (1)
  • Ausspielen von Mobbing-Situationen (1)
  • Dominante Kinder, die anderen keinen Raum lassen (1)
  • Eltern, die stören (1)
  • Verschiedene Magiefähigkeiten gleich behandeln (1)
  • Neurodivergente Kinder, die viel Aufmerksamkeit einfordern (1)
  • Spotlight richtig verteilen, passive Kinder wieder ins Spiel holen (1)
  • Zu große Gruppe (1)

Teil 3: Welche tollen Erfahrungen haben sie in ihren Kinderrollenspielrunden erlebt

Was macht dir besonders viel Freude am Spielleiten für Kindern? 97 von 138

  • Kreativität der Kinder (Ideen, Herangehensweise, Geschichten, Zusammenarbeit, Lösungsideen)
  • Weniger Druck und weniger Erwartungen 
  • Ihre Unvoreingenommenheit
  • Ihre Begeisterungsfähigkeit und Freude an Problemlösungen, den Geschichten und der Welt, wovon oft noch wochenlang geredet wird
  • Bunte, lustige und kreative Charaktererschaffung
  • Die unverfälschte Freude der Kinder
  • Ihnen das schönste Hobby der Welt näher zu bringen
  • Fehlendes Powergaming
  • Das gemeinsame Erleben von Abenteuern
  • Zeit, die man gemeinsam verbringt
  • Ihre Entwicklung beim Spielen zu erleben
  • Alternative Beschäftigung zu digitalen Inhalten und damit die eigene Vorstellungskraft zu fördern
  • Es ist sehr lustig
  • Sie in den Charakterrollen und in einer freien Welt zu erleben
  • Zu sehen, woran sie Spaß haben und wie sie dabei aufblühen
  • Die SL wird nicht als Antagonist empfunden
  • Zu erleben, wie sich die Kinder gegenseitig positiv bestärken, sich unterstützen und die Geschichte gemeinsam erzählen
  • Sie reagieren einfühlsamer auf Situationen als bspw. erwachsene Spielende

Teil 4: Für wen und wo soll gespielleitet werden?

Wie alt sind die Kinder, für die du leiten willst? 137 von 138

In welchem Rahmen leitest du für Kinder oder möchtest du Kinderrollenspielrunden anbieten? 137 von 138

  • Eigene Kinder Zuhause 46 %
  • Erweitere Familie / Freundeskreis 62 %
  • Schule / Hort / Kita 22,6 %
  • Verein / Jugendgruppe / Con 38 %
  • Andere 5,8 %

Andere:

  • Stadtbücherei / Bibliothek
  • Konfi-Freizeit, kirchliches Umfeld
  • Spielemessen, Conventions
  • Buchhandlung
  • Im Rahmen der GRT (Gratisrollenspieltage)

Teil 5: Was wird in einer Spielleitungshilfe für Kinderrollenspiel benötigt

In welcher Form hättest du gerne die Spielleitungshilfe? 137 von 138

Andere: 

  • Zum Spiel passendes Material / Handouts für die Kinder
  • Videos für Kinder (zum Thema X-Karte oder „Sei kreativ Tipps“)
  • SL-Schirm
  • Forum auf Verlagsseite
  • Zum einmaligen Durchlesen / nicht zu viel zu lesen
  • Als Art problemspezifischer Spielleiterschirm oder Checkliste, um spontan Ideen für Lösungen zu haben

Was würde dir dabei am meisten helfen? 135 von 138

  • Praktische Tipps zur Umsetzung einer Spielrunde für Kinder 80 %
  • Konkrete Hilfestellung bei „was wäre, wenn“-Situation 65,2 %
  • Konkrete Spielbeispiele 51,1 %
  • Austausch mit anderen 32,6 %
  • Regelerklärung und Charakterbau als Übung 27,4 %
  • Andere 4,4 %

Andere:

  • Mehr Abenteuer
  • Atlas mit detaillierter Ort- und Umgebungsbeschreibung
  • Tipps für die jeweiligen Altersgruppen
  • Auch „Negativbeispiele“ benennen, also was ist zu tun, wenn etwas nicht klappt

Welches Hintergrundwissen zum Thema Pen-and-Paper-Rollenspiele allgemein brauchst du noch, um dich als Spielleitung sicher bzw. sicherer zu fühlen? 90 von 138

  • Umgang mit Kindern / Jugendlichen im Gegensatz zu Erwachsenen (8)
  • Kindgerechte Abenteuer und Ideen mit Beispielen (7)
  • Mehr Material für das RPG (Hintergründe, Abenteuerideen, Puzzle- und Rätselideen, Sidequests, fertige Charaktere) (5)
  • Erfahrungen von anderen (3)
  • Übersichtliche Handouts für Regeln (3)
  • RPG für unterschiedliche Altersgruppen mit Beispielen (2)
  • Umgang mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne (2)
  • Improvisation (2)
  • Ausstieg und Abschluss (1)
  • Gruppendynamik (1)
  • Allgemeine Einführung für Rollenspiel (1)
  • Inspirationsquellen benennen (1)
  • Konfliktbewältigung (1)
  • Moderationstipps bei Störungen (1)
  • Rolle der Spielleitung (1)
  • Umgang mit kindlicher Energie, der eigene Ressourcen schon (1)
  • Umgang mit schwierigen Situationen (1)
  • Basistipps für ein „erfolgreiches“ Spiel (1)
  • Tipps für den Spannungsaufbau (1)
  • Umgang mit Frust / Demotivation bei Fehlschlägen (1)

Welche Schwierigkeiten soll die Spielleitungshilfe thematisieren? 136 von 138

  • Aufmerksamkeit halten 70,6 %
  • Unterschiedliche Bedürfnisse in der Gruppe 69,9 %
  • Mit Chaos / Abschweifungen umgehen 67,7 %
  • Konflikte zwischen den Kindern 51,5 %
  • Kreativität der Kinder lenken 49,3 %
  • Regeln erklären 34,6 %
  • Improvisieren 31,6 %
  • Die Rahmenbedingungen 25,7 %
  • Eigene Überforderung 20,6 %

Andere (2,2 %): 

  • Ersteinführung – oft ist es nicht leicht, kindgerecht zu erklären, „Was das für ein Spiel ist“ (sowohl mit RPG im allgemeinen als auch mit konkreten Systemen)
  • Beispiele geeigneter Plots
  • Umgang mit Gewalt als Lösung im Rollenspiel

Fazit

Wir sehen in den Antworten sehr deutlich, welche generellen Herausforderungen (eben auch mehrfach) genannt werden, die relativ wenig mit den speziellen Rollenspielen zu tun haben, sondern eher den konkreten Umgang mit nicht-erwachsenen Rollenspielenden am Tisch meinen. Auch wenn natürlich die Regeln für Kinder kindgerecht erklärt werden sollen, sehen wir auch die Notwendigkeit, z. B. über die Themen Gruppenspiel, Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit, Gewalt als Lösungswunsch und Chaos in der Spielrunde zu sprechen und euch dafür konkrete Hilfestellungen zu geben.

Eure Antworten waren so detailliert und die Themen so relevant, dass Michael von Green Gorilla und ich (Cassandra von Kinderrollenspiel.de) uns entschlossen haben, über eine Verlagsspielleitungshilfe für Little Wizards hinaus auch eine allgemeine Spielleitungshilfe als ein kleines Großprojekt (ihr kennt das mit den Rollenspielprojekten) zu erarbeiten und für alle kostenlos zugänglich zu machen.

Also irgendwann, denn dafür brauchen wir mehr Leute und auch pädagogische Expertise, daher: Meldet euch, wenn ihr mit Texten, Expertise, Input oder anders zu unserem kleinen Großprojekt beitragen wollt! 

Schreibt mit am besten eine E-Mail an cassandra@kinderrollenspiel.de oder meldet euch bei mir auf dem Discord.

Austausch

Auf unsere Frage „Wäre es für dich interessant, mit anderen in Kontakt zu kommen, die auch Rollenspielrunden für Kinder leiten?“ haben 69,6 % mit Ja geantwortet.

Also kommt gerne auf den Kinderrollenspiel.de-Discord, dort können wir uns austauschen: zum Kinderrollenspiel.de-Discord

Eure Tipps für Spielleitungen – „Lebe das Chaos, liebe das Durcheinander, vergiss die Planung!“

Zum Schluss möchte ich euch noch die Tipps für das Leiten von Kinderrollenspielrunden mit auf den Weg geben, die ihr in der Umfrage für andere parat hattet:

  • Sei spontan und gehe mit ihren Ideen mit.
  • Halte dich nicht krampfhaft an Regeln fest.
  • Erwarte nicht zu viel von den Kindern, kurze Rollenspielerfahrungen / Einblicke ins Spiel sind auch gut.
  • Mache die Runde nicht zu lang.
  • Lass‘ die Kinder auch etwas „anfassen“, bring‘ Material mit (zum Beispiel für Rätsel).
  • Zeige Bilder zum Visualisieren.
  • Baue Bewegungsspiele ein.
  • Gib jedem Kind seinen „Moment to shine“.
  • Gib einen Rahmen vor: Begrüßung, Spiel, Abschluss / Ausstieg
  • Mache es nicht zu kompliziert und nicht moralisch grau.
  • „Lebe das Chaos, liebe das Durcheinander, vergiss die Planung!“
  • Sei auf Augenhöhe mit den Kindern, du bist nicht ihr Gegner, sondern feiere ihre Erfolge.
  • Bewahre die Ruhe und sei‘ geduldig.
  • Biete konkrete Handlungsoptionen an oder helfe den Kindern durch NSCs aus, wenn sie nicht weiter wissen.
  • Übe das Zuhören und Zusammenarbeiten auch über andere Spiele, zum Beispiel durch kooperative Brettspiele.
  • Zeig‘ den Kindern, dass sie die Welt erkunden und Einfluss nehmen können.
  • Baue Pausen ein und gebe Zusammenfassungen, um alle wieder abzuholen.
  • Arbeite mit Fragen und erstelle Atmosphäre und Orte gemeinsam mit den Kindern.
  • Setze klare Grenzen.
  • Bringe Geschenke mit.
  • Lass‘ die Süßigkeiten nicht unbeaufsichtigt auf dem Tisch stehen ;).
  • Belohne konstruktiv-kreatives Verhalten.
  • Höre zu, lerne die Kinder kennen. Informiere dich über Ängste, Probleme und Tabuthemen im Vorfeld. Nutze Safety Tools.
  • Setze auf genaue Beschreibungen bei Aktionen und Dialogen.
  • Lade bei öffentlichen Veranstaltungen die Eltern / Begleitpersonen mit an den Tisch ein.

Tausend Dank euch allen für eure tollen Antworten! Wir freuen uns sehr, uns nun an die Spielleitungshilfe zu setzen.

 

Wir möchten euch dabei unterstützen, eine Rollenspielrunde für Kinder zu leiten.

Dafür wollen wir – Cassandra von Kinderrollenspiel.de und Michael von Green Gorilla – eine Spielleitungshilfe entwickeln, die euch wirklich im Alltag hilft und einfach zu nutzen ist.

Damit wir wissen, was ihr konkret braucht, haben wir eine kurze Online-Umfrage vorbereitet – sie dauert etwa 10 – 15 Minuten.

Hier geht es zur Umfrage: Bei der Umfrage mitmachen

Über den QR-Code kommt ihr ebenfalls zur Umfrage

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr euch kurz Zeit dafür nehmt!

Als kleines Dankeschön könnt ihr am Ende der Umfrage an einer Verlosung teilnehmen:
Zu gewinnen gibt es 3 x ein
en 15-Euro-Gutschein für den Online-Shop von Green Gorilla – dort findet ihr neben dem Kinderrollenspiel Little Wizards auch viele weitere tolle Dinge!

Das Vorhaben wird vom UKSH Freunde- und Förderverein unterstützt und im Rahmen der „Gemeinsam Gutes tun!“-Aktion für unser „Little Wizards – Abenteuer im Krankenzimmer!“ gefördert.

Bei diesem Projekt wollen wir Studierende schulen, die ehrenamtlich Little Wizards als Rollenspielangebot auf die Kinderkrankenstationen des UKSH bringen. In kleinen, liebevoll angeleiteten Spielrunden können die jungen Patient*innen für eine Weile dem Klinikalltag entfliehen, in magische Geschichten eintauchen und dabei Freude, Ablenkung und Gemeinschaft erleben.

 

Kinderrollenspiel.de fand bisher unter dem 3P-Discord ein Zuhause, ist aber mittlerweile ausgezogen!

Hier geht es zum Kinderrollenspiel.de-Discord-Server:

Zum Kinderrollenspiel.de Discord

Wir freuen uns auf den Austausch mit euch dort!

Bei Plotbunny Games läuft gerade ein Crowdfunding zu einem RPG, bei dem ihr mit euren Kids eine Monster-Detektei betreibt und spannende Fälle löst.

Ohne Vorbereitung und ohne Spielleitung lässt sich Detektei Monster spontan auf den Tisch bringen.

Worum geht es im Spiel?

In Detektei Monster spielt ihr Monster, die in einer von Monstern und Menschen bewohnten Welt gemeinsam eine Detektei betreiben und in ihrem aktuellen Fall ermitteln.

Detektei Monster ist ein Ermittlungs-Erzählspiel, in dem der Fall, die Spuren und Hinweise sowie die Lösung im Spielverlauf durch eure Antworten auf zufällig gezogene Fragen entstehen.

Das Spiel ist genauso für Neulinge wie für erfahrene Rollenspieler*innen geeignet, braucht 2 – 6 Mitspielende, wird mit einem Spielkartendeck gespielt, funktioniert ohne Vorbereitung und ohne Spielleitung und lässt sich mit flexiblen 2-4 Stunden in einer Spielsitzung spielen.

Also super, um es Zuhause mit einem oder mehr Kindern zu spielen!

Im ersten Teil des Spiels entwickelt ihr eure Monster, die Detektei, eure Auftraggeber*in und den neuen Fall.
Im zweiten Teil findet eure Ermittlung statt, und ihr versucht, den Fall zu lösen.

Die Finanzierung 

Unterstützt das Spiel und seid beim schon sehr erfolgreichen Crowdfunding vom 03. Februar bis 05. März 2026 dabei:

Das Spiel ist auf jeden Fall schon finanziert und wird mit weiteren tollen Illustrationen versehen, jetzt gilt es noch einige weitere Finanzierungsziele zu erfüllen!

Spielrunden auf YouTube

Auf YouTube könnt ihr das Spiel schon in Aktion sehen:

Dort bekommt ihr einen Eindruck, wie das Spiel sich spielt.

Livestreams

Während des Crowdfundings gibt es einige Livestreams, nutzt gerne die Chance und schaut euch das Spiel live an oder stellt eure Fragen im Livechat:

  • Fr., 06.02.2026, 20:00 Uhr – Plotbunny Games: Talk mit Game Designerin Carina Büker und Verlegerin Andrea Rick
  • Do., 12.02.2026, 20:00 Uhr – Orkenspalter TV: Actual Play mit Mháire Stritter, Melanie Gray, Weteeff und Andrea Rick
  • Fr., 20.02.2026, 20:30 Uhr – Katze & Wolf: Actual Play mit Ho’nehe, Jamaerah, Frau Nerdy Cookie und Andrea Rick
  • Sa., 21.02.2026, 15:00 Uhr – Shay Igrima: Actual Play mit Shay, Betty, Theo und Andrea Rick
  • So. 22.02.2026, 19:00 Uhr – Franigo Rolls: Actual Play mit Franigo, AhoiBabsi, FiNessi, KritzelPixel und Andrea Rick

Detektei Monster wurde von der neuen Game Designerin Carina Büker geschrieben, es wird vollfarbig von Daniela Schreiter (Fuchskind) illustriert und von Plotbunny Games herausgegeben.  Für mehr Informationen, auch zum Team um das Spiel, schaut euch auf der Crowdfundingseite um.

Ich durfte Detektei Monster spieltesten und kann an dieser Stelle eine absolute Empfehlung da lassen!

 

Wir ergänzen das Angebot hier um eine YouTube-Präsenz!

Auf dieser Seite wollen wir Vorstellungs- und Erklärvideos sowie Let’s Plays von Spielrunden und weitere Talks sammeln – nicht nur von 3P und befreundeten Kanälen oder Verlagen, die Videos im Rahmen des March 4 Kids produzieren, sondern aus allen Teilen des Internets. Kinderrollenspiel.de ist nicht nur eine Website, sondern damit auch ein weiterer wachsender Content-Hub.

Habt oder kennt ihr ein Video, das wir dort unbedingt sammeln sollten? Dann schreibt es uns über Discord oder via E-Mail an kinderrollenspiel.de[at]gmail.com, dann stellen wir es mit auf die Seite!